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        <title type="volume" n="vol-01">Karl Barth – Rudolf Bultmann. Briefwechsel 1911–1966</title>
        <title type="formal">Brief Nr. 78</title>
        <title type="content">Rudolf Bultmann an Karl Barth</title>
        <title type="citation_line_1">Rudolf Bultmann an Karl Barth, 18. Oktober 1931</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/1080 (Stand: 25. August 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Karl Barth – Rudolf Bultmann. Briefwechsel 1911–1966, hrsg. v. Jaspert, Bernd (Gesamtausgabe, Abt. V), Zürich 1994, S. 129–131.</title>
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      <editionStmt>
        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Karl Barth – Rudolf Bultmann. Briefwechsel 1911–1966</title>
          <title type="text">Brief Nr. 78: Rudolf Bultmann an Karl Barth</title>
          <author ref="kbga-actors-512">Bultmann, Rudolf</author>
          <editor>Jaspert, Bernd</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">1994</date>
          <biblScope unit="page">Pp. 129-131</biblScope>
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        <!-- The first digital edition (data from xml and database) -->
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          <title type="edition">Princeton Barth Project edition</title>
          <title type="text">electronic edition of Karl Barth, Gesamtausgabe V.1, Karl Barth Rudolf Bultmann Briefwechsel 1911-1966, letter 78</title>
          <author ref="kbga-actors-512">Bultmann, Rudolf</author>
          <editor>James R. Adair, Jr.</editor>
          <editor>Timothy J. Finney</editor>
          <editor>Christian Kelm</editor>
          <pubPlace>Princeton</pubPlace>
          <publisher>Alexander Street Press</publisher>
          <date type="publication">2001</date>
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        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Bultmann, Rudolf, Rudolf Bultmann an Karl Barth, 18. Oktober 1931. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/19476">KBA 9125.267</ref>. </bibl>
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        <date type="creation" when="1931-10-18">18. Oktober 1931</date>
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        <language ident="ger">German</language>
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        <head>78</head>
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          Bultmann
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                        <placeName ref="kbga-places-41">Marburg</placeName>, <date when="1931-10-18">18.X.1931</date>
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          <salute>Lieber Herr <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName>!</salute>
        </opener>
        <p>Es tut mir herzlich leid, Ihre Bitte abzuschlagen, aber ich kann nicht anders. Denn 1.)
          bin ich über die Vorgänge in <placeName ref="kbga-places-29">Halle</placeName> nicht orientiert (eine Presse-Notiz und das kurze Referat Ihrer
          Kundgebung widersprechen sich schon; natürlich akzeptiere ich Ihr Referat, würde aber doch
          gerne genauer orientiert sein sowohl über <persName ref="kbga-actors-87">Dehns</persName>
          Verhalten in der ganzen Sache wie über den Wortlaut der Aufforderung der Hallenser Studenten). Und 2.) ist es mir unmöglich,
          mich mit Dehn persönlich und sachlich solidarisch zu erklären. Diese allgemeine und
          weitgehende Formulie<pb xml:id="p130" ed="pga" break="no"/>rung würde ja besagen, daß ich
          Dehns theologische Haltung bejahe; und das kann ich, soweit sie mir bekannt ist,
          schlechterdings nicht tun. Die Erklärung würde weiter besagen, daß ich Dehns Berufung in
          eine praktische Professur bejahe, — und dagegen habe ich von Anfang an die stärksten
          Bedenken gehabt. Ich habe schon seine Berufung nach <placeName ref="kbga-places-31">Heidelberg</placeName> für einen schweren Fehler gehalten (ungeachtet, daß ich
          angesichts des Verlaufs der Sache dort zu <persName ref="kbga-actors-91">Dibelius</persName> stehe gegen die andere Fakultät)<note xml:id="n01">
                        <persName ref="kbga-actors-87">Dehns</persName> Berufung vom <date when="1930-12">Dezember 1930</date>
            wurde im <date when="1931-01">Januar 1931</date> durch Beschluß der <orgName ref="kbga-actors-8274">Theologischen Fakultät
                Heidelberg</orgName> bei einer Gegenstimme (<persName ref="kbga-actors-91">Martin
              Dibelius</persName>) revoziert, nachdem dort Dehns Vortrag <bibl corresp="kbga-bibls-1159">
                            <hi rend="italic">Kirche und Völkerversöhnung</hi> (s. <ref type="pub" target="1079#fn_n02">Nr. 77, Anm. 2</ref>)</bibl> bekannt geworden war, der teilweise heftigen Protest ausgelöst hatte. Abdruck der
              <bibl corresp="kbga-bibls-1168">
                            <hi rend="italic">Voten der Fakultät Heidelberg zur Berufung des D. Dehn</hi> in: CW, Jg. 45 (1931), Sp. 205f.</bibl>, mit «Sondergutachten des Prof. <persName ref="kbga-actors-91">Dibelius</persName>».</note> und hielt die Berufung nach <placeName ref="kbga-places-29">Halle</placeName> für eine Torheit. Soweit ich die
          Sache auf Grund meiner Kenntnis von außen beurteilen kann, frage ich mich, ob <persName ref="kbga-actors-87">Dehn</persName> den Ruf nicht hätte ablehnen sollen.</p>
        <p>Nun bin ich aber mit Ihnen <hi rend="italic">darin</hi> ganz einig, daß ich die Hallenser Demonstration ablehne, die ja zweifellos aus
          politischen Motiven erfolgt ist, und ebenso <hi rend="italic">darin</hi>, daß ich meine, man
          sollte in dieser Situation etwas tun. Wenn Sie und <persName ref="kbga-actors-367">K. L.
            Schmidt</persName> Ihrerseits einverstanden sind, daß die Erklärung anders formuliert
          wird, so mache ich gerne mit und werde von <placeName ref="kbga-places-41">Marburg</placeName> noch mehr Unterschriften gewinnen. Vielleicht genügt zu sagen «…
          erklären hiermit, daß sie sich mit dem Verhalten D. <persName ref="kbga-actors-87">Dehns</persName>
          <hi rend="italic">in dieser Berufungs-Angelegenheit</hi> solidarisch erklären». Dazu müßte ich
          freilich noch genauer orientiert sein. Aber das wird Ihnen nicht genügen. Kann man nicht
          negativ formulieren: «…, daß sie das Verhalten jener Studentengruppe als unsachgemäß
          verurteilen und es für eine grobe Verletzung des akademischen Geistes halten, aus
          politischen Gründen die Lehrfreiheit eines Professors anzutasten» (oder ähnlich)?</p>
        <p>Eile wäre ja not; aber besser eine spätere Erklärung von Vielen als eine frühe von
          Wenigen, wenigstens wenn es auf den Eindruck auf die Studentenschaft ankommt, und das tut
          es doch wohl.<note xml:id="n02"><persName ref="kbga-actors-512">Bultmann</persName> unterschrieb kurz darauf eine von
              <persName ref="kbga-actors-370">Otto Schmitz</persName> und <persName ref="kbga-actors-392">Wilhelm Stählin</persName> (Münster) vorbereitete und von mehr als 30 Theologieprofessoren
            unterzeichnete Erklärung an den Rektor der <orgName ref="kbga-actors-8275">Universität Halle</orgName>: «Die unterzeichneten
            ordentlichen Professoren der Theologie, verschiedenen theologischen und politischen
            Überzeugungen angehörig, fühlen sich verpflichtet, öffentlich zu erklären, daß sie jeden
            Versuch studentischer Kreise, D. <persName ref="kbga-actors-87">Günther Dehn</persName>
            an der akademischen Lehrtätigkeit zu hindern, auf das schärfste verurteilen.» Aus der <orgName ref="kbga-actors-8110">Marburger Theologischen Fakultät</orgName>
            unterschrieben neben <persName ref="kbga-actors-512">Bultmann</persName>: <persName ref="kbga-actors-16">Emil Balla</persName>, <persName ref="kbga-actors-53">Karl
              Bornhäuser</persName>, <persName ref="kbga-actors-67">Karl Budde</persName>, <persName ref="kbga-actors-125">Heinrich Frick</persName>, <persName ref="kbga-actors-169">Friedrich Heiler</persName>, <persName ref="kbga-actors-179">Heinrich
              Hermelink</persName>, <persName ref="kbga-actors-210">Adolf Jülicher</persName>,
              <persName ref="kbga-actors-296">Friedrich Niebergall</persName>, <persName ref="kbga-actors-311">Rudolf Otto</persName>, <persName ref="kbga-actors-329">Martin
              Rade</persName>, <persName ref="kbga-actors-388">Hans Freiherr von Soden</persName>.
            Abdruck der Erklärung in: <bibl corresp="kbga-bibls-1169">
                            ThBl, Jg. 10 (1931), Sp. 361.</bibl> — <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName> äußerte sich zum «Fall <persName ref="kbga-actors-87">Dehn</persName>» öffentlich außerdem in dem Artikel: <bibl corresp="kbga-bibls-1170">
                            <hi rend="italic"><ref type="pub-" target="35024">Warum führt man den Kampf nicht auf der ganzen Linie? Der Fall Dehn und die «dialektische» Theologie</ref></hi>, in: Frankfurter Zeitung vom
              
                                15.2.1932, S. 6</bibl>; unter dem Titel <bibl corresp="kbga-bibls-1174">
                            <hi rend="italic">Der Fall Dehn und die «dialektische» Theologie</hi> auch in: Neuwerk, Jg. 13 (1932), S. 366–372</bibl> (= <bibl corresp="kbga-bibls-1176">
                            <persName ref="kbga-actors-2151">K. Barth</persName>, <hi rend="italic">Klärung — Wirkung — Aufbruch</hi>, hrsg. von W. Feurich, bearb. von A.
                  Feurich und H. Trebs, Berlin 1986<hi rend="sup">2</hi>, S. 253–260</bibl>).</note>
        </p>
        
        <p>
                    <pb rend="noPipe" xml:id="p131" ed="pga"/> Bald die Antwort auf Ihren vorigen Brief!<note xml:id="n03">Siehe <ref type="pub" target="1082">Nr. 80</ref>.</note>
        </p>
        <closer>
          <salute>Mit herzlichem Gruß</salute>
          <salute>Ihr</salute>
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            <persName ref="kbga-actors-512">R. Bultmann</persName>
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