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        <title type="volume" n="vol-01">Karl Barth – Rudolf Bultmann. Briefwechsel 1911–1966</title>
        <title type="formal">Brief Nr. 71</title>
        <title type="content">Karl Barth an Rudolf Bultmann</title>
        <title type="citation_line_1">Karl Barth an Rudolf Bultmann, 30. September 1930</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/1073 (Stand: 25. August 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Karl Barth – Rudolf Bultmann. Briefwechsel 1911–1966, hrsg. v. Jaspert, Bernd (Gesamtausgabe, Abt. V), Zürich 1994, S. 109–110.</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Karl Barth – Rudolf Bultmann. Briefwechsel 1911–1966</title>
          <title type="text">Brief Nr. 71: Karl Barth an Rudolf Bultmann</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>Jaspert, Bernd</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">1994</date>
          <biblScope unit="page">Pp. 109-110</biblScope>
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        <!-- The first digital edition (data from xml and database) -->
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          <title type="edition">Princeton Barth Project edition</title>
          <title type="text">electronic edition of Karl Barth, Gesamtausgabe V.1, Karl Barth Rudolf Bultmann Briefwechsel 1911-1966, letter 71</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>James R. Adair, Jr.</editor>
          <editor>Timothy J. Finney</editor>
          <editor>Christian Kelm</editor>
          <pubPlace>Princeton</pubPlace>
          <publisher>Alexander Street Press</publisher>
          <date type="publication">2001</date>
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        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Barth, Karl, Karl Barth an Rudolf Bultmann, 30. September 1930. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/18132">KBA 9230.234</ref>. </bibl>
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        <opener>
          Barth
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          <salute>Lieber Herr <persName ref="kbga-actors-512">Bultmann</persName>!</salute>
        </opener>
        <p>Die Frage, ob ich schon am <date from="1930-10-25" to="1930-10-26">25. und 26. Oktober</date> in <placeName ref="kbga-places-41">Marburg</placeName> sein könne, ist mir ganz neu. Ich hatte bis jetzt wirklich nur um den <date when="1930-10-27">27.</date> gewußt, an dem ich den Vortrag zu halten hätte. Nun Sie mich fragen, muß ich antworten: nein, drei Tage sind mir entschieden zu viel. Ich lebe in einem beständigen Gedränge und habe wirklich Anlaß, mit meiner Zeit noch mehr zu geizen als andere Leute. Würde es denn nicht genügen, wenn man auf den <date when="1930-10-26">26.</date> abends nach <placeName ref="kbga-places-41">Marburg</placeName> käme und dann vor der öffentlichen Versammlung eine tüchtige Nachtsitzung hätte? Freilich leuchtet es mir nicht ganz ein, daß Sie sich die Sache offenbar so gedacht haben: Zusammensein in kleinerem Kreise und dann die größere Versammlung mit meinem Vortrag unter Teilnahme derjenigen Häuptlinge, die eben noch da sein werden. <persName ref="kbga-actors-63">Brunner</persName> sagte mir in <placeName ref="kbga-places-66">Zürich</placeName>, daß er am Montag sicher nicht mehr da sein könne. <persName ref="kbga-actors-403">Thurneysen</persName> hat es, wenn er überhaupt kommen kann, ebenfalls sehr eilig. Ich muß schon sagen, daß ich eigentlich erwartet hatte, es werde zu einer intimen Aussprache auch auf Grund meines zu haltenden Vortrages kommen, während bei dieser Aufmachung die Pointe des Vortrags für mich fraglich wird. Allein um der <orgName ref="kbga-actors-8270">ehemaligen Marburger</orgName> willen würde ich, offen gestanden, bei allem Respekt vor dieser Corona diese saure Pflicht nicht auf mich genommen haben.<note xml:id="n01">Satz von <persName ref="kbga-actors-512">Bultmann</persName> am Rand doppelt angestrichen.</note> — Lieber Herr Bultmann, wäre es nicht besser, die ganze Geschichte, Natürliche Theologie und Säulenversammlung, auf ein anderes Jahr zu verschieben, wo dann rechtzeitig auf lange Sicht ein Allen passendes Datum zu vereinbaren und das Verhältnis zwischen der öffentlichen und der privaten Zusammenkunft etwas sinnvoll zu ordnen wäre? Es ist mir auf diese Weise gar nicht wohl bei der Aussicht auf diese Tage. Das kommt freilich auch daher, daß ich den Vortrag durchaus noch nicht habe, wohl aber einen Haufen andere Arbeit, und mich <pb xml:id="p110" ed="pga"/> unheimlich freuen würde, wenn ich ihn durch höhere Gewalt für dies Jahr los werden könnte. Lassen Sie es sich doch noch einmal durch den Kopf gehen, ob es nicht im Willen der Vorsehung liegen könnte, daß das ganze Gefecht — es finden ja ohnehin viel zu viel Konferenzen statt in der Welt — für diesmal abgeblasen wird.</p>
        <closer>
          <salute>Mit herzlichem Gruß</salute>
          <salute>Ihr</salute>
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                        <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName>
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        <metamark>wenden<note xml:id="n02">Blattende im <ref corresp="A">Mskr.</ref></note>
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        <opener>
          <salute>Lieber Herr <persName ref="kbga-actors-512">Bultmann</persName>,</salute>
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        <p>soeben erhalte ich ein Brieflein von Frau <persName ref="kbga-actors-361">Schlier</persName><note xml:id="n03">Siehe <ref type="pub" target="1124">Anh. 13</ref>.</note>, die mich freundlich einladet, bei ihr zu herbergen. Zugleich erfahre ich aber auch von ihr, daß <persName ref="kbga-actors-137">Gogarten</persName> <hi rend="italic">nicht</hi> kommen wird. Nun wird die Sache wirklich sinnlos für mich. Sie werden sich doch erinnern, daß der ganze Auftrag zu diesem Vortrag an mich erging im Zusammenhang mit unserer Korrespondenz über die dermalige verworrene Lage zwischen den Hauptverantwortlichen von <orgName ref="kbga-actors-6169">Z.d.Z.</orgName> Ich hatte mir nie etwas Anderes unter diesem Marburger Anlaß gedacht als eben eine Aussprache mit Ihnen, <persName ref="kbga-actors-63">Brunner</persName>, <persName ref="kbga-actors-137">Gogarten</persName>, die ich mit meinem zufällig vor dem Forum Ihrer <orgName ref="kbga-actors-8270">Ehemaligen</orgName> zu haltenden Vortrag einzuleiten habe. Wenn nun <persName ref="kbga-actors-137">Gogarten</persName> gar nicht kommt, <persName ref="kbga-actors-63">Brunner</persName> vor meinem Vortrag abreist, <persName ref="kbga-actors-403">Thurneysen</persName> wahrscheinlich gleichfalls, ja, was hat es dann für einen Sinn, wenn ich mich nun, wo ich sonst alle Hände voll zu tun habe, für mindestens vierzehn Tage in das Dickicht der Vorbereitung dieses Vortrags stürze? Ich bitte Sie dringend, zu bedenken, daß die Unzufriedenheit, die ich Ihnen gegenüber im letzten Winter äußerte, sich doch entscheidend gerade gegen <persName ref="kbga-actors-137">Gogarten</persName> richtet. Wenn er nun nicht kommen kann, so fällt der Anlaß der Tagung dahin und scheint der Wink der Vorsehung entscheidend dahin gegeben zu sein, daß sie ein anderes Jahr stattfinden soll.</p>
        <closer>
          <salute>Nochmals von Herzen</salute>
          <salute>der Ihrige</salute>
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                        <persName ref="kbga-actors-2151">K. B.</persName>
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