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        <title type="volume" n="vol-01">Karl Barth – Rudolf Bultmann. Briefwechsel 1911–1966</title>
        <title type="formal">Brief Nr. 46</title>
        <title type="content">Karl Barth an Rudolf Bultmann</title>
        <title type="citation_line_1">Karl Barth an Rudolf Bultmann, 28. April 1927</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/1048 (Stand: 25. August 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Karl Barth – Rudolf Bultmann. Briefwechsel 1911–1966, hrsg. v. Jaspert, Bernd (Gesamtausgabe, Abt. V), Zürich 1994, S. 71–73.</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Karl Barth – Rudolf Bultmann. Briefwechsel 1911–1966</title>
          <title type="text">Brief Nr. 46: Karl Barth an Rudolf Bultmann</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>Jaspert, Bernd</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">1994</date>
          <biblScope unit="page">Pp. 71-73</biblScope>
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        <!-- The first digital edition (data from xml and database) -->
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          <title type="edition">Princeton Barth Project edition</title>
          <title type="text">electronic edition of Karl Barth, Gesamtausgabe V.1, Karl Barth Rudolf Bultmann Briefwechsel 1911-1966, letter 46</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>James R. Adair, Jr.</editor>
          <editor>Timothy J. Finney</editor>
          <editor>Christian Kelm</editor>
          <pubPlace>Princeton</pubPlace>
          <publisher>Alexander Street Press</publisher>
          <date type="publication">2001</date>
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        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Barth, Karl, Karl Barth an Rudolf Bultmann, 28. April 1927. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/14706">KBA 9227.12</ref>. </bibl>
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        <head>46</head>
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          Barth
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<date when="1927-04-28">28.IV.1927</date>
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          <salute>Lieber Herr <persName ref="kbga-actors-512">Bultmann</persName>!</salute>
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        <p>Deuten Sie mir mein hartnäckiges Schweigen doch ja nicht übel! Das tun Sie ja auch nicht, und ich bin Ihnen wirklich dankbar dafür. Sehn Sie, es ist bei mir einfach das, daß ich im Augenblick — der vielleicht auch noch etwas andauert — nicht recht hindurchsehe durch Alles das, was in der Tat zwischen Ihnen, <persName ref="kbga-actors-137">Gogarten</persName> und mir in der Luft zu liegen scheint. <hi rend="italic">Daß</hi> es in der Luft liegt, das ist mir aus <persName ref="kbga-actors-137">Gogartens</persName> Buch<note xml:id="n01">Siehe <ref type="pub" target="1046#fn_n06">Nr. 44, Anm. 6</ref>.</note> noch erheblich deutlicher geworden als letzten Herbst aus dem Ihrigen<note xml:id="n02">
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                            <persName ref="kbga-actors-512">Bultmanns</persName> <hi rend="italic">Jesus-Buch</hi></bibl>; s. <ref type="pub" target="1045#fn_n04">Nr. 43, Anm. 4</ref>.</note>, und ein Besuch, den ich ihm vor 8 Tagen in <placeName ref="kbga-places-73">Dorndorf</placeName><note xml:id="n03">
                        <persName ref="kbga-actors-137">Gogarten</persName> war seit 1925 Pfarrer in Dorndorf a.d. Saale, zugleich Privatdozent in Jena.</note> machte, hat diesen Eindruck, so freundlich die Begegnung verlief, noch verstärkt. Irgendwie werden es schon die alten, nie recht erledigten lutherisch-reformierten Kontroversen sein, die uns ein wenig von beiden Seiten Beschwerden machen und die vielleicht noch einmal in einer großen Explosion <hi rend="italic">innerhalb</hi> von 
                        <orgName ref="kbga-actors-6169">ZdZ</orgName> zum Ausbruch kommen werden. Aber zunächst habe ich, ganz abgesehen von allen taktischen Gründen, die ja auch sinnvoll sein können, das Bedürfnis, möglichst thetisch weiterzuarbeiten und zugleich auch Ihnen und <persName ref="kbga-actors-137">Gogarten</persName> Zeit zu lassen, deutlicher zu entfalten, auf was Sie eigentlich hinauswollen. Nachher wird es zu Auseinandersetzungen, wenn sie etwa unvermeidlich sind, immer noch Zeit sein. Vorläufig möchte ich vor Allem keine dummen Fragen und Einwände vorbringen (wie ich umgekehrt von solchen Ergründungen wie die, die <persName ref="kbga-actors-234">G. Krüger</persName> mir gewidmet hat<note xml:id="n04">Siehe <ref type="pub" target="1042#fn_n03">Nr. 40, Anm. 3</ref>.</note>, wenig Belehrung empfange), sondern meines Weges stracks weiter laufen, wie Sie Alle — <persName ref="kbga-actors-137">Gogarten</persName> ja ganz eklatant — es auch tun. Säßen wir am selben Ort, so ließe sich durch mündliche Aussprache gewiß manches erklären bzw. beschleunigen, und ich wollte wirklich auch, es käme bald wieder einmal dazu, daß wir dazu Gelegenheit hätten, obwohl mir der Besuch in <placeName ref="kbga-places-73">Dorndorf</placeName> <pb xml:id="p072" ed="pga"/> gezeigt hat, daß auch eine persönliche Begegnung noch nicht die Garantie dafür ist, daß man einander wirklich begegnet. Die räumliche Entfernung macht es wohl in unserm Fall notwendig, daß wir uns (mit einem gewissen stillen Vertrauen in die oft genug bewährte und offenkundig auf breitesten Linien vorhandene Gemeinschaft) in einander schicken, auch wenn es im Einzelnen ohne einiges Stirnrunzeln hüben und drüben nicht abgeht. Seien Sie also nur ganz gewiß, daß es mir nicht einfällt, Sie «aufgeben» zu wollen, auch wenn ich einmal so lange schweige, wie es diesen Winter — übrigens auch aus nichts zur Sache tuenden Gründen — der Fall gewesen ist. Ich bin ja froh und dankbar, wenn man mich nicht aufgibt!</p>
        <p>Haben Sie besten Dank für Ihre Mitteilungen zum Fall <persName ref="kbga-actors-403">Thurneysen</persName>. Ich verstehe vollkommen. Meinen Sie, daß es Sinn hätte, noch eine Demarche bei <persName ref="kbga-actors-171">Karl Heim</persName><note xml:id="n05">
                        
                            <persName ref="kbga-actors-171">Karl Heim</persName> (20.1.1874–30.8.1958), seit 1920 Ordinarius für Systematische Theologie in Tübingen.</note> zu tun, weil ja in <placeName ref="kbga-places-61">Tübingen</placeName> diesen Sommer ebenfalls Jubiläum gefeiert wird<note xml:id="n06">
                        <date when="1927">1927</date> wurde in <placeName ref="kbga-places-61">Tübingen</placeName> das 450jährige Bestehen der <orgName ref="kbga-actors-8660">Universität</orgName> gefeiert.</note> und die üblichen Kränze dort vielleicht noch nicht verteilt sind? Ich möchte es nicht tun, wenn der Versuch nach Ihrer Ansicht vielleicht zum vornherein aussichtslos sein sollte. Es kommt aber, wie Sie wohl durch <persName ref="kbga-actors-367">K. L. Schmidt</persName> wissen, darauf an, <persName ref="kbga-actors-403">Th.</persName> durch die Doktorierung der dortigen Fakultät<note xml:id="n07">In <placeName ref="kbga-places-5">Basel</placeName>. Im <date when="1927-04">April 1927</date> war <persName ref="kbga-actors-403">Thurneysen</persName> als Pfarrer an das dortige Münster gewählt worden, am <date when="1927-06-26">26.6.1927</date> wurde er in dieses Amt eingeführt. Vom Sommersemester 1929 bis zu seiner Emeritierung im Sommer 1959 lehrte er nebenamtlich Praktische Theologie an der Basler Theologischen Fakultät.</note> gegenüber möglichst rasch eine gewisse Position zu schaffen.</p>
        <p>Grüßen Sie bitte auch die Ihrigen! Hier ist Alles munter und wohlauf, wenigstens kata sarka, was ja bei einer großen Kinderfamilie auch nichts Verächtliches ist.</p>
        <closer>
          <salute>Herzlichst</salute>
          <salute>Ihr</salute>
          <signed>
                        <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName>
                    </signed>
        </closer>
      
        
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                    <p>Ich lege wieder einen Festartikel (Der kitschige Titel stammt nicht von mir!!) aus dem Weltblatt bei, das mich für solche Anlässe gechar<pb xml:id="p073" ed="pga" break="no"/>tert hat.<note xml:id="n08">
                            <bibl corresp="kbga-bibls-1067">
                                <persName ref="kbga-actors-2151">K. Barth</persName>, <hi rend="italic"><ref type="pub-" target="31058">Auferstehung</ref></hi>, in: Münchner Neueste Nachrichten vom 
                                    16.4.1927.</bibl></note> Es ist ja wirklich sehr fraglich, ob man das tun sollte, besonders wenn das Weltblatt noch so deutsch-national ist!!</p>
        <p>Mit Vergnügen las ich das Festgedicht für <persName ref="kbga-actors-329">Rade</persName> in den Mitteilungen, und daß auch Sie dort eine Festrede gehalten haben!<note xml:id="n09">Vgl. An die Freunde Das «Festgedicht» ist ein von Oberstudienrätin <persName ref="kbga-actors-203">Jahnow</persName> gereimtes Tischlied zum 40jährigen Jubiläum der <orgName ref="kbga-actors-5420">CW</orgName> am 4.4.1927
                     : <bibl corresp="kbga-bibls-1068">
                                Die Christliche Welt, abgedruckt in: An die Freunde, a.a.O., Sp. 997f.</bibl></note>
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