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        <title type="volume" n="vol-01">Karl Barth – Rudolf Bultmann. Briefwechsel 1911–1966</title>
        <title type="formal">Brief Nr. 28</title>
        <title type="content">Rudolf Bultmann an Karl Barth</title>
        <title type="citation_line_1">Rudolf Bultmann an Karl Barth, 3. Februar 1925</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/1030 (Stand: 25. August 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Karl Barth – Rudolf Bultmann. Briefwechsel 1911–1966, hrsg. v. Jaspert, Bernd (Gesamtausgabe, Abt. V), Zürich 1994, S. 44–45.</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Karl Barth – Rudolf Bultmann. Briefwechsel 1911–1966</title>
          <title type="text">Brief Nr. 28: Rudolf Bultmann an Karl Barth</title>
          <author ref="kbga-actors-512">Bultmann, Rudolf</author>
          <editor>Jaspert, Bernd</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">1994</date>
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        <!-- The first digital edition (data from xml and database) -->
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          <title type="edition">Princeton Barth Project edition</title>
          <title type="text">electronic edition of Karl Barth, Gesamtausgabe V.1, Karl Barth Rudolf Bultmann Briefwechsel 1911-1966, letter 28</title>
          <author ref="kbga-actors-512">Bultmann, Rudolf</author>
          <editor>James R. Adair, Jr.</editor>
          <editor>Timothy J. Finney</editor>
          <editor>Christian Kelm</editor>
          <pubPlace>Princeton</pubPlace>
          <publisher>Alexander Street Press</publisher>
          <date type="publication">2001</date>
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        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Bultmann, Rudolf, Rudolf Bultmann an Karl Barth, 3. Februar 1925. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/13061">KBA 9125.234</ref>. </bibl>
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          Bultmann
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          <salute>Lieber Herr <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName>!</salute>
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        <p>Mit steifen Fingern — denn ich mußte heute zu Rad hin und zurück nach und von
                  <placeName ref="kbga-places-596">Kirchhain</placeName><note xml:id="n01">15 km östlich von Marburg.</note>, wo ich der
               Kreis-Pfarrer-Konferenz von der neuesten Forschung erzählen mußte — will ich noch
               schnell ein paar Worte an Sie schreiben. Ich bin so überlastet, daß es mir nicht
               möglich ist, Ihnen noch ausführlich von meinem Vortrag zu schreiben. Und ich sehe
               keine andere Möglichkeit, als daß ich Ihnen meine erste Skizze des Vortrags<note xml:id="n02">Über <persName ref="kbga-actors-512">Bultmanns</persName> Vortrag vom <date when="1925-02-06">6.2.1925</date> in <placeName ref="kbga-places-27">Göttingen</placeName> (s. <ref type="pub" target="1028#fn_n02">Nr. 26, Anm. 2</ref>) schrieb
                 <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> am <date when="1925-02-15">15.2.1925</date> an <persName ref="kbga-actors-403">Thurneysen</persName>, <bibl corresp="kbga-bibls-932">
                            Bw.Th. II, <ref type="pub-" target="../volume/04/p306#p306">S. 306f.</ref></bibl>: «<hi rend="italic"><persName ref="kbga-actors-512">Bultmann</persName></hi> hielt hier […] einen Vortrag über Theologische
                  Exegese, <hi rend="italic">sehr gut</hi>, von <persName ref="kbga-actors-184">Hirsch</persName> mit manifestem Mißerfolg bekämpft.
                  Aus <placeName ref="kbga-places-41">Marburg</placeName> und <placeName ref="kbga-places-8">Berlin</placeName> waren 30 bis 40 Schüler eingetroffen, die dann zu einem
                  Extragespräch mit mir auch hierher kamen. Nachher gabs noch eine zweite
                  öffentliche Diskussion und dazwischen eine Reihe von Privatgesprächen, in denen
                  (vor dem Volk hielten wir tunlichst zusammen) auch die Differenzen erörtert
                  wurden. Er wirft mir vor, ich habe keine ‹sauberen› Begriffe (worüber ja wirklich
                  einiges zu sagen ist), und ich ihm, er denke mir zu
                  anthropologisch-kierkegaardisch-lutherisch (+ ‹gogartenisch›) (‹Von Gott reden
                  heißt vom Menschen reden›), verhalte sich der Bibel gegenüber nach <persName ref="kbga-actors-261">Luthers</persName> Vorgang
                  unerhört eklektisch, sei auch die historizistischen Eierschalen noch nicht los
                  […]. Aber es sind alles Gegensätze, über die sich mit Nutzen weiterreden läßt,
                  eventuell mit der Schlußwendung: <hi rend="italic">Tue</hi> du das, <hi rend="italic">ich</hi> könnts nit! Ich sehe ihn in großer Nähe von <persName ref="kbga-actors-137">Gogarten</persName> und denke wie
                  bei diesem: zehn mal lieber das als <persName ref="kbga-actors-191">Holl</persName>! Nur das nicht!»</note> schicke, die sich
               freilich je länger je mehr von seiner definitiven Form (die übrigens noch nicht
               vorhanden ist) entfernt, z. T. fragmentarisch, z. T. unsinnig ist, aber Ihnen doch
               zeigen wird, in welcher Richtung sich meine Gedanken bewegen, und mit welchen
               Begriffen ich arbeite. Ich hoffe, einigermaßen lesbar sind die Blätter; von
               ungewöhnlichen Abkürzungen gebrauche ich wohl nur «sd» = sondern u. viell.(= eicht).
               Vom Manuskript wird sich der mündliche Vortrag zum Schluß wohl besonders in der
               Hinsicht entfernen, daß ich den Zusammenhang bzw. die Identität zwischen historischer
               (exegetischer) und systematischer Theologie zu zeigen versuche und damit die
               Identität zwischen <hi rend="italic">kritischer</hi> Exegese und systematischer Theologie,
               die im Un<pb xml:id="p045" ed="pga" break="no"/>terschied von der Predigt stets unabgeschlossen, d. h. kritisch ist. Hier wird
               vermutlich ein Unterschied zwischen uns zu Tage kommen: der Unterschied von Predigt
               und Theologie. Aber das wird wohl nur der Kundige merken; denn Ihren Namen werde ich
               nicht nennen. Ich hoffe durchaus, daß wir <hi rend="italic">eine</hi> Front bilden werden.
               Und wenn <persName ref="kbga-actors-168">Heidegger</persName> wirklich mitfährt, wie ich hoffe, so kann <persName ref="kbga-actors-184">Hirsch</persName> etwas erleben.
               Dies müssen Sie aber streng vertraulich behandeln. Es wäre überhaupt gut, wenn in
               <placeName ref="kbga-places-27">Göttingen</placeName> sich die Kunde, daß H. mitkommt, nicht verbreitet! — Damit wir vor dem
               Vortrag am Abend für alle Fälle noch Zeit zur Verständigung haben, werde ich den
               D-Zug am Freitag benutzen, der, wenn ich nicht irre, kurz nach 12 [Uhr] in <placeName ref="kbga-places-27">Göttingen</placeName>
               eintrifft; dann müssen Sie mich freilich fürs Mittagessen mit in Kauf nehmen, d. h.
               wenn es Ihrer <rs type="person" ref="kbga-actors-26">Frau</rs> paßt; sonst finde ich in der ‹Krone› oder sonstwo wohl
               Nahrung.</p>
        <p>Ich freue mich recht auf das Wiedersehen und hoffe auf eine gedeihliche
               Auseinandersetzung!</p>
        <closer>
          <salute>Herzliche Grüße!</salute>
          <salute>Ihr</salute>
          <signed>
            <persName ref="kbga-actors-512">R. Bultmann</persName>
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