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        <title type="volume" n="vol-01">Karl Barth – Rudolf Bultmann. Briefwechsel 1911–1966</title>
        <title type="formal">Vorwort zur 2. Auflage</title>
        <title type="content">Vorwort zur 2. Auflage</title>
        <title type="citation_line_1">Jaspert, Bernd: Vorwort zur 2. Auflage, in: Karl Barth – Rudolf Bultmann. Briefwechsel 1911–1966, 13. August 1993</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/1001 (Stand: 25. August 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Karl Barth – Rudolf Bultmann. Briefwechsel 1911–1966, hrsg. v. Jaspert, Bernd (Gesamtausgabe, Abt. V), Zürich 1994, S. VII–XII.</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
      </editionStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons BY-SA 4.0</licence>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Karl Barth – Rudolf Bultmann. Briefwechsel 1911–1966</title>
          <title type="text">Vorwort zur 2. Auflage: Vorwort zur 2. Auflage</title>
          <author ref="kbga-actors-205">Jaspert, Bernd</author>
          <editor>Jaspert, Bernd</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">1994</date>
          <biblScope unit="page">Pp. VII-XII</biblScope>
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        <!-- The first digital edition (data from xml and database) -->
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          <title type="edition">Princeton Barth Project edition</title>
          <title type="text">electronic edition of Karl Barth, Gesamtausgabe V.1, Karl Barth Rudolf Bultmann Briefwechsel 1911-1966, vorwort</title>
          <author ref="kbga-actors-205">Jaspert, Bernd</author>
          <editor>James R. Adair, Jr.</editor>
          <editor>Timothy J. Finney</editor>
          <editor>Christian Kelm</editor>
          <pubPlace>Princeton</pubPlace>
          <publisher>Alexander Street Press</publisher>
          <date type="publication">2001</date>
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        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Karl Barth: Gott erkennen, Gott ehren, Gott vertrauen nach Calvins Katechismus, in: ders., Die Kirche und die Kirchen (Theologische Existenz heute 27), München 1935, S. 25–44 </bibl>
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        <date type="creation" when="1993-08-13">13. August 1993</date>
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        <language ident="ger">German</language>
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        <head>VORWORT ZUR 2. AUFLAGE</head>
        <p>Am <date when="1969-11-26">26. November 1969</date> gab mir <persName ref="kbga-actors-512">Rudolf
            Bultmann</persName> die Erlaubnis, seinen Briefwechsel mit <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName> zu veröffentlichen. Zunächst hatte der
          damals 85jährige Gelehrte, in dessen Haus ich während meiner Studentenzeit mehrere Jahre
          wohnte, das Ansinnen einer solchen Publikation mit der Begründung abgewiesen, was er als
          Theologe zu sagen gehabt habe, sei in seinen Büchern zu lesen. Der Veröffentlichung dieser
          Briefe bedürfe es also nicht.</p>
        <p>Ich stimmte Bultmann zu, gab aber zu bedenken,
          daß seine und Barths Briefe, gerade weil die Korrespondenten nie an eine Veröffentlichung
          gedacht hatten, einen wesentlich tieferen Einblick in die Entstehung und Durchführung
          ihres jahrelangen intensiven theologischen Gespräches gewährten, als er durch ihre
          entsprechenden Publikationen bisher möglich war. Im übrigen böte der Briefwechsel der nun
          heranwachsenden Generation von Theologen und Theologinnen, die ihn und Barth nicht mehr
          erlebt habe, die Möglichkeit, sie außer in ihrem umfangreichen gedruckten theologischen
          Werk unmittelbar vom ureigenen Zeugnis ihrer persönlichen Begegnung her «kurz und bündig»
          kennenzulernen. Dieses Argument trug ich mit verschiedenen Varianten Bultmann beim
          abendlichen «Vorlesedienst», den ich ihm in seinem Studierzimmer täglich zu verrichten
          hatte, immer wieder einmal vor. Am Abend jenes <date>26. November</date> willigte er
          schließlich ein und sagte: «Nun gut, veröffentlichen Sie die Briefe, wenn Sie meinen, sie
          täten den jungen Leuten einen Dienst. Ich bin davon nicht ganz überzeugt, aber Sie wissen
          es wohl besser als ich. Sie kennen ja Ihre jungen Kommilitonen …»</p>
        <p>Die Vorgeschichte der Veröffentlichung ist kurz erzählt: Eines Tages im <date when="1969-07">Juli
            1969</date> hatte ich beim Entleeren von Bultmanns Papierkorb ein Konvolut mit Briefen Karl Barths entdeckt. Als ich
          Bultmann sagte, es müsse wohl ein Irrtum sein, daß er diese Briefe weggeworfen habe,
          meinte er: Nein, keineswegs. <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName> sei tot, und seine Familie habe sich Kopien von
          den Briefen gemacht. Das genüge. Er brauche die Briefe nun nicht mehr aufzuheben und
          später seine Erben mit der hinterlassenen Korrespondenz «aus alten Zeiten» zu belästigen.
          Etwas zudringlich fragte ich, ob ich Barths Briefe vor ihrer endgültigen Vernichtung
          wenigstens einmal lesen dürfe. Bultmann gestattete es mir, nicht ohne <pb xml:id="pr008" ed="pga"/> etwas murrend zu bemerken, wichtiger als mich mit Allotria wie der Lektüre
          längst «erledigter Sachen» aufzuhalten, sei es, jede freie Minute für die Arbeit an meiner
          — gerade begonnenen — Dissertation zu nutzen.</p>
        <p>Mit seiner Einwilligung und durch das freundliche Entgegenkommen der Erben Karl Barths wurden mir dann Ende <date when="1969">1969</date>
          auch Bultmanns Briefe aus dem damals im Aufbau
          befindlichen Karl Barth-Archiv zugänglich gemacht. Nun stand endgültig für mich fest: Der
          Barth-Bultmann-Briefwechsel muß als ein theologie- und kirchengeschichtliches Dokument
          ersten Ranges veröffentlicht werden. Nachdem Bultmann damit einverstanden war, stimmten auch die Barth-Erben zu.</p>
        <p>War die Ausgabe des Briefwechsels zunächst unabhängig von dem Plan einer Gesamtausgabe
          der Werke Karl Barths ins Auge gefaßt worden, so ließ sich unter Zustimmung aller
          Beteiligten der Band in den Monaten <date>Januar bis Juli 1970</date> so konzipieren, daß
          er bei der ersten Barth-Nachlaß-Tagung auf dem Leuenberg (Schweiz) im
            <date when="1970-07">Juli 1970</date> als druckfertiges Typoskript vorlag. Vor allem auf Ernst Wolfs Fürsprache hin stimmte Bultmann einem Erscheinen des Briefwechsels innerhalb
          der Gesamtausgabe zu. Im <date when="1971-04">April 1971</date> kam er als erster Band der Gesamtausgabe
          in der Abteilung V (Briefe) heraus.</p>
        <p>Neben vielen anderen verdankte ich vor allem Barths Tochter Franziska Zellweger-Barth und Bultmanns Tochter Antje Lemke-Bultmann wertvolle Hilfe bei der Arbeit an dem Buch. Ohne ihre
          intensive Beratung und Unterstützung wäre mir damals als Anfänger in der theologischen
          Wissenschaft ein solches Editionsprojekt wie dieser Briefwechsel in so kurzer Zeit kaum
          möglich gewesen.</p>
        <p>Der Briefwechsel, weltweit von der Kritik als großes Ereignis der Theologie des 20.
          Jahrhunderts begrüßt, erschien 1973 in einer um vier Nummern erweiterten
          Lizenzausgabe in der DDR. In demselben Jahr
          erlebte er eine spanische und 1981 eine amerikanische Ausgabe. Seit <date when="1988">1988</date> ist die deutsche Erstauflage vergriffen.</p>
        <p>Bei den Überlegungen zur Neuauflage zeigte sich bald, daß gegenüber der ersten Auflage
          von 1971 eine umfassende Revision notwendig war: 
          <list type="ordered">
                        <item n="1">In der Zwischenzeit wurden 10 weitere, z. T. wichtige Briefe und Postkarten
              beider Korrespondenten aufgefunden. Das Gesamtcorpus des Briefwechsels besteht jetzt
              aus 108 Stücken: 40 von Barth (27 Briefe, 13 Postkarten), 68 von Bultmann (31 Briefe, 37 Postkarten).
            </item>
                        <item n="2"><pb rend="noPipe" xml:id="pr009" ed="pga"/>Die Editionstechnik war den 1971 erst im Grundriß fixierten, seitdem
              gültigen Richtlinien für die Barth-Gesamtausgabe
                    anzupassen. So werden z. B. in den Brieforiginalen verwendete Abkürzungen jetzt in der
              Regel stillschweigend ausgeschrieben; die Interpunktion ist — in den Briefen Barths und Bultmanns, nicht jedoch in den sonstigen Dokumenten des Anhangs — im
              Interesse der besseren Lesbarkeit modernisiert.<note xml:id="n01">Nichts verändert
                wurde daran, daß in einigen Briefen Barths griechische Worte in lateinischer Schrift
                erscheinen. Diese Schreibweise erklärt sich daraus, daß die betreffenden Briefe mit
                der Schreibmaschine — eine solche besaß Barth seit <date when="1927">1927</date> — geschrieben
                sind.</note>
            </item>
                        <item n="3">Im Anhang wurde auf den neuerlichen Abdruck einiger Dokumente, die
              mittlerweile andernorts leicht zugänglich sind, verzichtet. Stattdessen konnten
              mehrere andere Dokumente, die seinerzeit noch nicht greifbar waren, neu aufgenommen
              werden.</item>
                        <item n="4">Ebenfalls verzichtet wurde — aus Kostengründen — auf die Abbildungen und
              Faksimilia der ersten Auflage.</item>
                    </list>
        </p>
        <p>So entschloß ich mich in Abstimmung mit Editionsleitung und Verlag zu einer revidierten
          und erweiterten zweiten Auflage. In ihr wurden überdies Fehler der ersten Auflage ebenso
          korrigiert wie bestimmte notwendige Ergänzungen, Präzisierungen und Straffungen im
          Anmerkungsteil vorgenommen. Die Dokumente des Anhangs wurden jetzt — wie die Briefe im
          Hauptteil — mit Anmerkungen versehen. Die Register wurden knapper gefaßt.</p>
        <p>Bei der Arbeit an der Revision war mir über mehrere Jahre hin mein Freund Hinrich Stoevesandt, der Leiter der Gesamtausgabe, ein
          unermüdlicher Helfer. Ohne seine Unterstützung wäre mir das oft schwierige Recherchieren
          kaum gelungen. Ihm gebührt mein herzlichster Dank! Seiner Assistentin, cand. theol.
            Ruth Ziemer, danke ich für die Neufassung der
          Register und ihrer Vorgängerin, cand. theol. Caren
            Algner, für ihre Mitwirkung bei der Angleichung des Druckmanuskripts an die
          heutigen Editionsrichtlinien.</p>
        <p>Da alle Texte des Bandes, das Briefcorpus wie der Anhang, Stück für Stück neu
          kollationiert wurden und dies neben meiner Tätigkeit als Studienleiter an der
          Evangelischen Akademie Hofgeismar geschehen
          mußte, zog sich die Arbeit an der Neuauflage länger hin als gewünscht. Die große
          Nachsicht, mit der der Leiter des Theologischen Verlages Zürich, <pb xml:id="pr010" ed="pga"/> Herr Werner Blum, wie auch Hinrich
            Stoevesandt als «Endredaktor», diese Wegstrecke begleiteten, ehrt sie nicht
          nur als geduldige Männer, sondern hat mir auch geholfen, das Werk ohne Druck und Hast zu
          Ende zu bringen. Dafür danke ich beiden.</p>
        <p>Die Briefe Barths an Bultmann sowie einige Dokumente des Anhangs befinden
          sich seit dem <date when="1972-04-25">25. April 1972</date> als Geschenk von Professor D. Dr. Rudolf Bultmann in der Handschriften-Abteilung der
            Universitäts-Bibliothek Marburg/Lahn (Signatur: Ms. 860). Die Briefe Bultmanns an Barth wie einige weitere Dokumente des
          Anhangs liegen im Karl Barth-Archiv Basel. Das Original des Barth-Briefes vom <date when="1922-04-14">14. April 1922</date> (<ref type="pub" target="1005">Nr. 3</ref>) ist im Besitz von Professor Dr. Hartwig Thyen (Heidelberg), das Original des Barth-Briefes vom <date when="1929-11-23">23. November 1929</date> (<ref type="pub" target="1064">Nr. 62</ref>) befindet sich im
          Besitz von Professor Dr. Otto Merk (Erlangen). Beiden Herren danke ich für ihren Hinweis
          auf diese Briefe und die freundliche Abdruckerlaubnis.</p>

        <p>
                    <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> und <persName ref="kbga-actors-512">Bultmann</persName> begegneten einander zum
          ersten Mal während <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Marburger
          Studienzeit <date from="1908" to="1909">1908/09</date>. Sie lernten sich näher kennen bei den «offenen Abenden»
          im Hause <persName ref="kbga-actors-329">Martin Rades</persName>, an dessen Zeitschrift
          «<orgName ref="kbga-actors-5420">Die Christliche Welt</orgName>» <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> <date from="1908" to="1909">1908/09</date> als Hilfsredaktor tätig war. Am
            <date when="1908-12-06">6.12.1908</date> schrieb <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> aus <placeName ref="kbga-places-41">Marburg</placeName> an seine Eltern, sie möchten ihm seine im <date when="1907-02">Februar 1907</date>
          bei <persName ref="kbga-actors-155">Adolf Harnack</persName> in <placeName ref="kbga-places-8">Berlin</placeName> geschriebene Seminararbeit über «Die
          Missionsthätigkeit des Apostels <persName ref="kbga-actors-313">Paulus</persName> nach der Darstellung der Apostelgeschichte»
          zusenden, denn «Repetent <persName ref="kbga-actors-512">Bultmann</persName> verlangt <hi rend="italic">stürmisch</hi> sie zu sehen». Diese Mitteilung über den damals in der
          <orgName ref="kbga-actors-8725">Hessischen Stipendiatenanstalt «Seminarium Philippinum»</orgName> in <placeName ref="kbga-places-41">Marburg</placeName> an seiner theologischen Dissertation arbeitenden <persName ref="kbga-actors-512">Bultmann</persName> gehört zu den frühesten schriftlichen
          Zeugnissen, die wir über die Begegnung beider Theologen aus ihrer eigenen Feder besitzen.
          In jenen Jahren freundete sich <persName ref="kbga-actors-512">Bultmann</persName> vor
          allem mit <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barths</persName> Bruder <persName ref="kbga-actors-27">Peter</persName> an, der im
          Briefwechsel mehrmals genannt wird. <persName ref="kbga-actors-27">Peter Barth</persName>
          schrieb auch jene Postkarte, die nach unserem heutigen Wissen den ersten schriftlichen
          Kontakt zwischen <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName> und <persName ref="kbga-actors-512">Rudolf Bultmann</persName>
          dokumentiert: «Herrn Lic. <persName ref="kbga-actors-512">Rud. Bultmann</persName>,
            <placeName ref="kbga-places-69">Oldenburg, Deutsches Reich</placeName>. — Vom Biertisch senden Ihnen Ihre Schweizerfreunde
          herzliche Grüße (von der Aarauerconferenz nämlich) <persName ref="kbga-actors-27">Peter
            Barth</persName>, <persName ref="kbga-actors-440">F. Zimmerlin</persName>, <persName ref="kbga-actors-228">Alphons Koechlin</persName>, <persName ref="kbga-actors-222">A.
            Kind</persName>, <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName>, <persName ref="kbga-actors-403">Eduard
            Thurneysen</persName>, <persName ref="kbga-actors-186">Fr. Hoch</persName>, <persName ref="kbga-actors-423">G. Wieser</persName>.» (Poststempel <placeName ref="kbga-places-1">Aarau</placeName>, <date when="1911-03-21">21.3.1911</date>). Am <date when="1911-06-11">11.6.1911</date> reagierte
            <persName ref="kbga-actors-512">Bultmann</persName> auf ei<pb xml:id="pr011" ed="pga" break="no"/>ne Verlobungsanzeige <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> mit
          «Mitfreude und […] treulichen Wünsche[n]» — jetzt das erste Dokument des Briefwechsels
          zwischen beiden in diesem Band (<ref type="pub" target="1005#p003">S. 3</ref>). Dreizehn Jahre später schrieb <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> einen
          «Freudigen Feriengruß» unter eine Karte, die <persName ref="kbga-actors-403">Eduard
            Thurneysen</persName> am <date when="1924-08-15">15.8.1924</date> aus <placeName ref="kbga-places-107">Pany (Graubünden)</placeName> an <persName ref="kbga-actors-512">Bultmann</persName> schickte. Diese beiden Karten ebenso wie jene
          Ansichtskarte, die <persName ref="kbga-actors-199">R. Imberg</persName> am
            <date when="1952-04-14">14.4.1952</date> von <placeName ref="kbga-places-216">Grindelwald</placeName> aus
          an <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> schickte und die u. a.  auch <persName ref="kbga-actors-512">Bultmann</persName>
          unterschrieb, wurden nicht in die vorliegende Ausgabe aufgenommen. Daß nun das früheste
          Dokument um volle elf Jahre älter ist als das, mit dem die erste Auflage begann, schlägt
          sich auch in einer leichten Abwandlung des Titels nieder: Statt «Briefwechsel 1922–1966»
          heißt es jetzt: «Briefwechsel 1911–1966».</p>
        <p>Für die frühe Zeit des geistigen Austausches zwischen <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> und <persName ref="kbga-actors-512">Bultmann</persName> ließ sich außer dem oben erwähnten Brief
          <persName ref="kbga-actors-512">Bultmanns</persName> vom <date when="1911-06-11">11.6.1911</date> trotz intensiver Nachforschungen bisher keine
          Korrespondenz finden. Die im Vorwort zur ersten Auflage dieses Buches ausgesprochene
          Vermutung, «daß nach der berühmten <orgName ref="kbga-actors-9864">Tambacher Tagung</orgName>
          <date when="1919">1919</date>, an der beide teilnahmen, ein — wenn auch nicht gerade intensiver —
          Briefwechsel stattgefunden hat, von dem aber bisher noch jede Spur fehlt», halte ich nicht
          mehr aufrecht, da im <orgName ref="kbga-actors-8253">Karl Barth-Archiv</orgName> zwar zahlreiche Briefe von Menschen verwahrt sind,
          die <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> in <placeName ref="kbga-places-334">Tambach</placeName> kennengelernt hatte,
          aber keine Korrespondenz von <persName ref="kbga-actors-512">Bultmann</persName>. <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName>
          war im übrigen im Aufbewahren der an ihn gerichteten Briefe und Postkarten sehr
          sorgfältig. Dies erklärt auch, daß im vorliegenden Briefwechsel wohl kein Schreiben von
          Bultmann an <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> fehlt. Die Lücken in der Korrespondenz <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> an Bultmann sind dem
          Umstand zuzuschreiben, daß Bultmann grundsätzlich nicht jede Postkarte, die ihm geschickt
          wurde, aufhob, und Briefe mit freier Rückseite z. T. als Vorlesungs- oder
          Vortragsmanuskripte benutzte, z. T. gar nicht aufhob, jedenfalls nicht so systematisch
          sammelte wie <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName>.</p>
        <p>Einige zeitliche Lücken der Korrespondenz, wie sie die erste Auflage des Bandes noch
          aufwies, konnten inzwischen durch Funde weiterer Korrespondenzstücke gefüllt werden. Und
          doch bleiben immer noch Lücken. Sie erklären sich über das eben Gesagte hinaus zum einen
          daher, daß <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> und <persName ref="kbga-actors-512">Bultmann</persName> sich mehrfach zum
          persönlichen Gespräch trafen, besonders während <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Lehrtätigkeit in <placeName ref="kbga-places-27">Göttingen</placeName>, <placeName ref="kbga-places-44">Münster</placeName> und <placeName ref="kbga-places-10">Bonn</placeName>. <persName ref="kbga-actors-512">Bultmann</persName> versuchte, auch nach <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> politisch <pb xml:id="pr012" ed="pga"/> bedingter Übersiedlung in die <placeName ref="kbga-places-58">Schweiz</placeName> <date when="1935">1935</date>, durch gelegentliche, von den deutschen <orgName ref="kbga-actors-8272">NS-Parteibehörden</orgName> mißtrauisch verfolgte Besuche in <placeName ref="kbga-places-5">Basel</placeName> die Verbindung aufrecht zu erhalten. Mit Beginn
          des Zweiten Weltkrieges <date when="1939">1939</date> wurden dann auch diese spärlichen Kontakte
          unmöglich. Zweifellos trug aber auch die im großen und ganzen zwar einmütige, im Detail
          aber doch unterschiedliche Haltung der beiden Männer dem Nationalsozialismus gegenüber
          ebenso zur vorübergehenden Einstellung des Kontaktes bei wie grundlegende theologische
          Differenzen, die — in ihren Ursprüngen aus der Mitte der zwanziger Jahre stammend — erst
          nach dem Kriege zum offenen Ausbruch kamen, als <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> auf <persName ref="kbga-actors-512">Bultmanns</persName> berühmt
          gewordenen Entmythologisierungsvortrag (<date when="1941">1941</date>) hin seinen ebenso berühmten
          Versuch unternahm, <persName ref="kbga-actors-512">Bultmann</persName> zu verstehen
            (<date when="1952">1952</date>). Wenige Monate nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nahm <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName>
          anläßlich seiner Reise zur Treysaer Kirchenkonferenz wieder Kontakt zu <persName ref="kbga-actors-512">Bultmann</persName> auf und
          besuchte ihn am <date when="1945-08-31">31. August 1945</date> in <placeName ref="kbga-places-41">Marburg</placeName>. <persName ref="kbga-actors-512">Bultmann</persName> besuchte <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> dann am <date when="1948-09-21">21. September 1948</date>
          und später noch mehrmals in <placeName ref="kbga-places-5">Basel</placeName>. Über alle
          sachlichen Differenzen hinaus blieben beide einander bis zum Schluß in Freundschaft
          zugetan.</p>
        <p>Daß sich die wenigen Lücken, die sich jetzt noch in dieser zweiten Auflage der
          Korrespondenz durch fehlende Antwortbriefe oder Postkarten feststellen lassen, eines Tages
          mittels entsprechender Funde noch schließen könnten, ist 22 Jahre nach der Erstauflage des
          Buches kaum zu erwarten, aber nicht ganz auszuschließen. Denn die Geschichte der
          christlichen Theologie — gerade in dem zu Ende gehenden 20. Jahrhundert — ist allemal und
          immer wieder voller Überraschungen, wie auch dieser Briefwechsel zu seinem Teil als
          historisches Dokument zweier theologischer Denkwege auf eindrucksvolle Weise belegt.</p>
        <closer>
          <dateline rend="left">Hofgeismar, 13. August 1993</dateline>
          <signed rend="right">
            <persName ref="kbga-actors-205">Bernd Jaspert</persName>
          </signed>
        </closer>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
